
Christoph Grasse – Countertenor
Der Tausendsassa. Multitasking ist keine Frauensache.
Wer ihn ansprechen möchte, ist besser fix. Sonst hat Christoph nämlich das erste Wort und wird seinem Gegenüber unmittelbar mitteilen, was dieser eigentlich hätte sagen wollen. Dass er damit nicht immer ganz richtig liegt, tut dem Charme der Konversation keinen Abbruch. Christoph ist aufgeschlossen, witzig, verliert nie den Faden und fällt nie aus der Etikette. Niemand würde deshalb vermuten, dass er während des Gesprächs im Geiste bereits eine Einkaufsliste für das selbst gekochte Gourmet-Abendessen schreibt oder sich zum Kino verabredet.
Christoph ist eine Rarität, ein männlicher Multitasker. Ein Mensch, der Vielseitigkeit braucht und immer gewusst hat, sie unter seinem exakt gegeelten Haarschopf zu vereinen. Als Musiker war er so zuletzt nicht nur Teil eines – sondern gleich dreier Chöre sowie eines Ensembles, nebenher auch engagierter Chorleiter, Trompeter in einem Orchester sowie einer Salsa- und einer Bigband.
Um das Phänomen auf den Punkt zu bringen: Wenn der Durchschnittsmensch sich morgens in Eile für eines von zwanzig Paar Schuhen entscheiden müsste, bräuchte er die volle Konzentration. Bei Christoph zuckt eine Neurone.









